Aktuelles

Aktuelle Borkenkäfersituation

Entspannung ja – Entwarnung nein

Anbei ein aktueller Fachbeitrag aus dem BW-Wochenblatt zur Borkenkäfersituation in Baden-Württemberg. Die darin dargestellten Entwicklungen sind auch für unsere Region Hohenlohe von Interesse.

Die gute Nachricht: Nach Angaben der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) sind die Borkenkäferschäden im Jahr 2025 landesweit deutlich zurückgegangen. Die Schadholzmengen lagen rund 38 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Damit wurde erstmals seit Beginn der großen Käferkalamität im Jahr 2018 die Marke von einer Million Festmetern Schadholz unterschritten.

Zu dieser positiven Entwicklung haben auch die günstigeren Witterungsbedingungen der letzten beiden Jahre beigetragen. Nach den extrem trockenen Jahren von 2018 bis 2023 brachte insbesondere das Jahr 2024 wieder deutlich höhere Niederschläge. Viele Waldböden konnten Wasserreserven aufbauen und die verbliebenen Fichtenbestände wurden gestärkt. Die Bäume waren dadurch besser in der Lage, sich gegen Borkenkäferbefall zu wehren.

Allerdings verlief das Jahr 2025 bereits wieder trockener als im langjährigen Durchschnitt. Auch das Frühjahr 2026 zeigte bislang eher geringe Niederschläge. Ob sich die günstige Entwicklung fortsetzt, wird deshalb maßgeblich von den Wetterbedingungen der kommenden Monate abhängen.

Von einer Entwarnung kann daher noch keine Rede sein. Die überwinterten Käfer sind bereits aktiv, und ein warmer sowie trockener Sommer könnte die Entwicklung der ersten Käfergeneration deutlich beschleunigen. Die FVA empfiehlt deshalb weiterhin regelmäßige Kontrollen der Fichtenbestände. Besonderes Augenmerk sollte auf frisches Bohrmehl, Harzfluss am Stamm, Spechtabschläge sowie Verfärbungen der Kronen gelegt werden. Befallene Bäume sollten möglichst früh erkannt, aufgearbeitet und zeitnah aus dem Wald abgefahren werden.

Gerade jetzt besteht die Chance, die Käferpopulation auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau zu halten. Voraussetzung dafür sind eine konsequente Überwachung der Bestände und schnelles Handeln bei frischem Befall.

„Auch wenn die aktuelle Käferlage deutlich entspannter ist als in den Kalamitätsjahren, bleiben insbesondere die verbliebenen Fichtenbestände auf den trockeneren Muschelkalk- und Keuperstandorten Hohenlohes weiterhin gefährdet.“

 

 "Borkenkäfer im Sinkflug?" - Beitrag aus BWagrar 19-2026

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